Anreise, Reisezeit — und wo im Harz alle anhalten
Torfhaus: der Treff an der B 4, zwei Einwohner und Hunderte Maschinen

Torfhaus ist der Treffpunkt im Harz. Wenn hier jemand „am Treff" sagt, meint er den Parkplatz an der B 4, auf halbem Weg zwischen Bad Harzburg und Braunlage.
Der Ort selbst ist winzig: zwei gemeldete Einwohner, 2011 waren es noch 22. Mit 780 bis 821 Metern ist er trotzdem die höchstgelegene Siedlung Niedersachsens. Den Namen hat er vom Torf. 1571 fingen die Untersuchungen an, ab 1573 wurde gestochen, nach einer langen Unterbrechung ab 1658 noch einmal, und 1786 hörte man endgültig auf — der Torf wurde da oben am Kamm nicht trocken.
Geblieben ist der Großparkplatz TorfHaus an der B 4 — gebührenpflichtig, mit Schranke an der Einfahrt, rund 80 Meter vom Nationalpark-Besucherzentrum entfernt. An sonnigen Tagen stehen dort Hunderte Maschinen, und zwischen den Reihen immer wieder ein Schätzchen, um das ein Ring von Leuten steht. Getankt wird unten: Die nächste Tankstelle nach Norden steht in Bad Harzburg, knapp neun Kilometer über die B 4. Nach Süden sind es rund vierzehn Kilometer bis Braunlage. Oben am Treff gibt es keine. Direkt am Großparkplatz liegt die Bavaria Alm, Torfhaus 10.
Gehalten wird hier wegen der Aussicht nach Osten. Der Brocken liegt frei im Blick, und an klaren Tagen sieht man die Dampffahne der Brockenbahn den Berg hinaufkriechen. Nur ist es nicht die Lok, auf die die meisten hoffen: Im Planbetrieb fahren dort die Neubauloks der Baureihe 99.23-24. Die Mallet 99 5901 kommt bei Sonder- und Charterfahrten heraus, sonst nicht — auf die kann man lange warten.
Torfhaus wächst, nicht als Dorf, sondern als Ziel. Seit 2009 steht dort das Nationalpark-Besucherzentrum, am 1. November 2023 kam der 65 Meter hohe Harzturm dazu; vollständig nutzbar mit Aufzug, Skywalk und der 110 Meter langen Rutsche ist er seit dem 22. Juli 2024. Der Turm hat die Anschrift Torfhaus 14 und ist täglich geöffnet: von Mai bis Oktober von 9.30 bis 18 Uhr, im April bis 17 Uhr, von November bis März bis 16 Uhr. Einlass ist bis eine halbe Stunde vor Schluss. Erwachsene zahlen 13,90 Euro, Kinder von 6 bis 15 Jahren 8,90 Euro; beide Plattformen, der Skywalk und die Rutsche sind darin enthalten.
Sösestausee: Treff an der Trinkwassertalsperre

Die zweite Adresse im Westharz ist stiller. Über Altenau und Riefensbeek geht es bergab zur Staumauer der Sösetalsperre. Der Damm misst 485 Meter in der Krone, steht 52 Meter über der Talsohle und ist begehbar. Das ist eine Trinkwassertalsperre, kein Ausflugsgelände mit Kiosk: Baden und Wassersport sind nicht erlaubt, Verpflegung gibt es dort nicht. Der Parkplatz am Damm der Hauptsperre ist offen, dahinter hört die Fahrt vorerst auf: Die B 498 Richtung Osterode ist wegen der Sanierung des Vorsperren-Damms gesperrt. Die Freigabe war zuletzt für das Frühjahr 2026 angekündigt und ist bis heute nicht bestätigt.
Netzkater: der Treff im Südharz, unten am Ende der B-81-Abfahrt
Im Südharz heißt der Treff Netzkater, nach der Gaststätte am Knoten B 81/B 4 bei Ilfeld, das heute zu Harztor gehört. Das Haus firmiert inzwischen als Wirtshaus zum Netzkater, Netzkater 5b, geöffnet mittwochs von 11.30 bis 16 Uhr und donnerstags bis sonntags von 11.30 bis 19 Uhr; montags und dienstags ist Ruhetag. Am Knoten stehen mehrere Betriebe — unter Netzkater 5a ein Imbiss, unter Netzkater 6 die Gaststätte Zur Harzquerbahn. Der Treff liegt am unteren Ende der B-81-Abfahrt, die aus dem Ostharz an der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen herunterkommt — das ist der Grund, warum dort überhaupt jemand hält. Am selben Knoten liegt der Haltepunkt Netzkater der Harzquerbahn, und direkt daneben das Besucherbergwerk Rabensteiner Stollen — ein Steinkohlenbergwerk, das 1949 die Förderung einstellte und seit 1981 befahrbar ist.
Ravensberg: die Straße führt bis auf den Gipfel

Über Bad Sachsa liegt der Ravensberg, 659 Meter hoch. Er ist einer der wenigen Berge im Harz, auf die eine asphaltierte Straße bis nach oben führt: die Ravensbergstraße, rund dreieinhalb Kilometer bergan. Der steile Kegel ist der Rest eines erloschenen Vulkans aus dem Perm. Auf dem Gipfel steht die Ravensberg Baude „Berghof", Ravensberg 1, donnerstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet, mit Parkplätzen direkt am Haus.
Die Ravensbergstraße beginnt unten im Ort am Pädagogium und endet oben am Gipfel, eine zweite Auffahrt gibt es nicht. Seit dem 16. März 2026 wird an ihr gebaut, in drei Abschnitten. Für den ersten war die Auffahrt vom 16. März bis Ende Mai 2026 voll gesperrt, umgeleitet wurde über die Bismarckstraße; der zweite Abschnitt ist für 2026 angekündigt, der dritte für das erste Halbjahr 2027. Ob gerade gesperrt ist, steht in den Meldungen der Stadt.
Nordöstlich von Bad Sachsa liegt Zorge auf rund 340 Metern. Von dort führt die Braunlager Straße, die L 600, in rund zwölf Kilometern bergan und mündet südlich von Braunlage in die B 4, dort als B 4 / B 242 beschildert. Wer stattdessen nach Osten abbiegt, nimmt ab Zorge die L 602, die Hohegeißer Straße, und erreicht die B 4 nach rund fünf Kilometern in Hohegeiß.
Tetzelstein: der vierte Treff steht im Elm
Der vierte klassische Treff liegt gar nicht im Harz, sondern im Elm, dem bewaldeten Rücken im nördlichen Harzvorland. Man trifft sich dort am Wochenende und nach Feierabend, an der Waldgaststätte Tetzelstein, die direkt an der Strecke steht — Tetzelstein 1 in Königslutter am Elm, donnerstags bis sonntags und an fast allen Feiertagen geöffnet, mit 666 Sitzplätzen und einem großen, teils überdachten Außenbereich. Ringsum das Reitlingstal mit seinen Kurven; nach Süden hinaus liegt der Fallstein vor einem und dahinter die Nordharzhöhen. In Mattierzoll steht ein originaler Wachturm der innerdeutschen Grenze.
Kukki's Erbsensuppe: die Feldküche an der B 27 zwischen Elend und Braunlage
Zwischen Elend und Braunlage steht eine Feldküche im Wald. Kukki's Gulaschkanone hat wenige Gerichte auf der Karte, und mehr braucht sie nicht. Den Stand gibt es weiterhin; er firmiert heute als Kukki's Erbsensuppe und steht an der B 27, einen zweiten betreibt derselbe Betrieb am Parkplatz Drei Annen Hohne. Geöffnet ist täglich ab 11 Uhr. Allein ist sie damit nicht — im Ostharz steht öfter mal eine Erbsensuppen- oder Gulaschkanone am Straßenrand.
Pullman City in Hasselfelde: Westernstadt an der B 81

Bei Hasselfelde steht eine Westernstadt auf dem Gelände einer sowjetischen Kaserne aus dem Kalten Krieg. Der Park ist in Betrieb — Hauptsaison von Ende März bis Anfang November, täglich 10 bis 18 Uhr — und richtet mehrere Motorveranstaltungen im Jahr aus, nicht eine: 2026 stehen unter anderem das Bike Weekend ab dem 14. Mai, das Riders Meeting am 24. Juli und das American Power Weekend am 28. und 29. August im Kalender, dazu Quad- und ATV-Treffen. Wer hinwill, schaut in den Veranstaltungskalender des Parks, statt sich auf einen Jahrestermin zu verlassen. Die Anschrift ist Am Rosentale 1 in Hasselfelde, an der B 81 zwischen Blankenburg und Ilfeld; geparkt wird auf dem Gelände.
Einkehren an der Strecke: Adressen mit Öffnungszeiten

Diese Häuser liegen an den gängigen Runden durch den Harz. Öffnungszeiten und Ruhetage wechseln mit der Saison — wer weit anreist, ruft vorher an.
Die Klobenberg-Baude in Thale-Friedrichsbrunn, Klobenberg 4, mit Pension, Freiterrasse und Kaminstube — mittwochs bis sonntags von 11 bis 20 Uhr, letzte warme Bestellung 19.30 Uhr; montags und dienstags Ruhetag. Der Rote Bär in Sankt Andreasberg, Braunlager Straße 15 — mittwochs bis freitags 17.30 bis 21 Uhr, samstags und sonntags 12 bis 21 Uhr; montags und dienstags geschlossen. Die Sportklause steht in Sankt Andreasberg, Matthias-Schmidt-Berg 1 am Fuß des Skigebiets. In der Saison täglich von 9 bis 18 Uhr, außerhalb der Saison montags Ruhetag. Dreymanns Mühle, An den Mühlen 2 in Bad Lauterberg-Barbis, mit Steaks und Schnitzeln aus der Hausschlachterei — mittwochs bis freitags ab 17 Uhr, samstags ab 16 Uhr; sonntags bis dienstags geschlossen. Der Braune Hirsch in Sophienhof 16, Harztor, ist ein Braugasthof mit Zimmern und seit September 2013 eigenem Sud — dienstags bis donnerstags 11 bis 22 Uhr, freitags und samstags bis 23 Uhr, sonntags bis 21 Uhr, warme Küche durchgehend bis 20.30 Uhr; Ruhetag montags von Mitte April bis Oktober, sonst montags und dienstags.
In Clausthal-Zellerfeld liegt der Harzgrill 66 an der Goslarschen Straße 56, mit Thüringer Rostbratwurst und Currywurst — freitags bis sonntags von 12 bis 19 Uhr, sonst geschlossen.
Eine Adresse der Liste ist weg. Das Hexenhaus in Schierke, Motorradtreff und Einkehr in einem, am 1. April 1990 am Parkplatz Am Thälchen eröffnet, wurde nach dreijährigem Streit mit der Stadt Wernigerode über die Abwasserfrage und einem gerichtlichen Vergleich abgerissen; bis zum 25. April 2017 war das Gebäude weg. Die Fläche gehört heute zum Parkplatz und soll nach Auskunft der Stadtverwaltung nicht wieder bebaut werden. In Verzeichnissen kursiert die alte Anschrift Brockenstraße 1 samt Telefonnummer weiter — dahinter steht kein Betrieb mehr. Das gleichnamige Lokal in Benneckenstein ist ein anderes Haus.
Die genannten Öffnungszeiten sind der Stand vom Sommer 2026.
Die Okerterrasse ist zu

Die Okerterrasse steht unmittelbar an der Staumauer der Okertalsperre. Zu ist sie seit der Saison 2022: Die Harzwasserwerke gaben Mitte April 2022 bekannt, dass der denkmalgeschützte Bau aus den späten fünfziger Jahren Bauschäden hat und eine „denkmalgerechte Generalüberholung alternativlos" sei. Saniert wird seit Mai 2024, der zentrale Parkplatz war wegen der Arbeiten bis Sommer 2026 gesperrt. Ein Ideenwettbewerb für den künftigen Betrieb ist entschieden, ein Eröffnungstermin ist nicht öffentlich — und aufgemacht hat sie bis heute nicht wieder. Auf eine Einkehr an der Mauer sollte sich niemand verlassen. Die nächsten Adressen liegen an der B 498: knapp zwei Kilometer nordwärts das saisonal geöffnete Königreich Romkerhall, rund drei Kilometer südwärts der Windbeutel-König.
Bregenwurst, Bachforelle und ein Käse, der nicht von hier ist

Deftig heißt hier Bratwurst, Mettwurst und Bregenwurst, im Herbst Wild aus den umliegenden Wäldern und das ganze Jahr die Harzer Bachforelle — gedünstet, gebraten oder geräuchert.

Bei der Nachspeise ist der Windbeutel die Spezialität der Gegend. Der Windbeutel-König steht an der B 498 am Ufer der Okertalsperre, Gemkenthal 1 in Clausthal-Zellerfeld, Ortsteil Altenau. Montag und Dienstag sind feste Ruhetage, die Uhrzeiten wechseln mit der Saison. Neben den süßen Varianten gibt es herzhafte mit Lachs, Hühnchen, Kaviar oder Harzer Käse.
Aus dem Vorharz kommen die Halberstädter Würstchen, die dort auf vielen Speisekarten stehen. In die Dose kamen sie 1896: Die 1883 in Halberstadt gegründete Firma Heine & Co. bot als weltweit erstes Unternehmen Brühwürste in Konservendosen an und gilt damit als Erfinderin der Dosenwurst.
Und dann der Harzer Käse, um den sich eine Geschichte rankt, die nicht stimmt. Wer im Harz nach dem Zusammenhang von Harzer Roller und Bergbau fragt, kriegt eine Geschichte über Bergleute erzählt, die sich nebenbei etwas dazuverdienten. Sie stimmt — nur geht es dabei um den Kanarienvogel. Den brachten zugewanderte Bergleute aus Imst um 1730 in den Oberharz, und seine Zucht in Sankt Andreasberg wurde tatsächlich zum Nebenverdienst der Bergleute. Der Käse dagegen heißt „Roller" wegen der Verpackung: kleine runde Laibe, zu einer Rolle zusammengepackt.

Aus den Bergstädten kam er nie. Er stammt aus dem nördlichen Harzvorland — Bad Harzburg, Vienenburg, Immenrode —, und die Ortschronik von Immenrode schließt den Oberharz ausdrücklich aus. Entstanden ist er im 18. Jahrhundert als Verwertung eines Restes: Die Butter hatte Vorrang, die entrahmte Sauermilch blieb übrig, daraus wurde Käse. Kein Grubenproviant, keine Bergmannskost — der Harzer ist ein Käse des Vorlands. Geschützt ist der Name bis heute nicht, und hergestellt wird er inzwischen fast nur noch außerhalb des Harzes.
Handwerklichen Käse aus eigener Milch gibt es am Ostrand: Der Westerhäuser Käsehof, Unter dem Mühlenberg 410 in Thale-Westerhausen, macht Kuh- und Ziegenkäse in Handarbeit und verkauft ihn freitags von 9 bis 17 Uhr und nach Absprache.
Beim Bier steht Hasseröder für den Ostharz — gebraut wird es in Wernigerode, seit 1996/97 aber nicht mehr im namengebenden Ortsteil Hasserode, sondern in einem Neubau am Nordwesteingang der Stadt; wo die alte Brauerei stand, stehen heute Wohnhäuser und ein Gedenkstein. Die Altenauer Brauerei steht für den Westen. Was sonst aus der Gegend kommt, trägt oft das Zeichen „typisch Harz" auf dem Etikett.
Anreise: A 7, A 38 — und die Umwege, die schon Tour sind

Der Harz liegt zwischen Kassel, Hannover und Halle, also mitten im Land. Aus jeder Richtung ist man schnell da.
Am Westrand läuft die A 7. Aus dem Norden ist Seesen die Abfahrt, aus dem Süden Nörten-Hardenberg oder Northeim-West. Am Südrand läuft die A 38: über die Abfahrt Nordhausen kommt man direkt in den Südharz, über die Abfahrt Roßla und die B 85 in den Südostharz um Stolberg. Aus München führt die A 9 heran, dann hinüber auf die A 38. Aus dem Osten kommen A 14 und B 6. Die B 243 verbindet die A 7 zwischen Göttingen und Hannover mit der A 38 bei Nordhausen und ist der schnellste Weg an den Südrand.
Interessanter sind die Umwege über die Bundesstraßen, die selbst schon Tour sind: aus dem Norden die B 3 oder die B 4, dazu die B 6, die von Hannover über Hildesheim, Bockenem und Salzgitter-Bad nach Goslar führt. Aus dem Süden die B 247, die von Ohrdruf über Gotha, Bad Langensalza, Mühlhausen und Duderstadt bis Katlenburg-Lindau an den Südwestrand des Harzes läuft — durch den Thüringer Wald führt sie nicht, der Abschnitt über den Kamm wurde 2007 zur Landesstraße herabgestuft. Aus dem Westen die B 241 ab Warburg, die durch den Solling führt und dort schon reichlich Kurven hat, bevor der Harz überhaupt anfängt. Und aus dem Nordosten geht es über die B 4 herein, mitten auf den Torfhaus-Parkplatz — dann fängt die Tour am Treffpunkt an.
Reisezeit: April bis Oktober — und oben immer kühler

Eine feste Motorradsaison gibt es im Harz nicht: Die Hauptstraßen — B 4, B 242, B 498 — haben keine Wintersperrung, sie werden geräumt und sind ganzjährig befahrbar. Was die Saison begrenzt, ist allein das Wetter, und das ist hier eine Frage der Höhe. Auf dem Brocken liegt an durchschnittlich 178 Tagen im Jahr Schnee; in den Hochlagen um Torfhaus, Sonnenberg und Oderbrück, alle um 800 Meter, liegt im Frühjahr noch und im Herbst schon wieder welcher. Praktisch heißt das: April bis Ende Oktober ist die verlässliche Zeit. Ab Mitte März kann man Glück haben, im November eher nicht mehr.
Wann der Harz fahrbar ist
Die Hauptstraßen sind ganzjährig offen und werden geräumt. Was die Saison begrenzt, ist das Wetter oben.
Die Nacht zum 1. Mai ist im Harz der lauteste Termin des Jahres — und fällt genau auf den Punkt, an dem die meisten die Maschine aus der Garage holen. Wer an dem Wochenende in Schierke oder Thale übernachten will, ist spät dran.
Am schönsten ist es dreimal im Jahr: im Mai, wenn das Laub frisch ist. Im Juli und August bis in die erste Septemberhälfte, wenn man in den Harzer Teichen baden kann. Und im Herbst, weil das Wetter dann am längsten hält.
Auch im Hochsommer bleibt es oben rau. Der Brocken kommt im Mittel der Jahre 1987 bis 2016 auf 3,8 Grad im Jahr, an über 300 Tagen liegt dort Nebel, an über 100 Tagen weht Sturm; mit im Schnitt 42 km/h ist es die windigste Wetterstation Deutschlands. Die Hochlagen um Torfhaus, Sonnenberg und Oderbrück liegen 300 Meter tiefer, bekommen davon aber genug ab. Regenzeug und warme Handschuhe gehören hier auch im Juli ins Gepäck.
Was sich in einer Woche vom Harz aus fahren lässt

Der Harz misst rund 110 Kilometer in der Länge und 30 bis 40 in der Breite. Von einem Standort aus lässt sich das Gebirge in zwei Tagen abfahren, für eine Woche holt man das Umland dazu. Eine brauchbare Einteilung: ein Tag Oberharz um Clausthal-Zellerfeld, Altenau und Sankt Andreasberg. Ein Tag Ostharz über die B 242, die als Harzhochstraße quer über den Höhenzug läuft. Ein Tag nach Westen ins Weserbergland. Ein Tag nach Süden über die B 247, die bei Katlenburg-Lindau von der B 241 abzweigt und über Duderstadt und Mühlhausen am Hainich vorbeiführt. Ein Tag zum Kyffhäuser über Stolberg und Kelbra. Dazwischen passt ein Tag ohne Motorrad — die Hochlagen fahren sich anstrengender, als die Kilometerzahl vermuten lässt.
Wo man sich einquartiert, entscheidet, welche Ecken ohne lange Anfahrt erreichbar sind. Goslar am Nordrand liegt an B 6, B 82, B 241 und B 498, das benachbarte Bad Harzburg an B 4 und B 6 — von dort führt die B 4 direkt hinauf zum Torfhaus. Braunlage in der Mitte hat die kürzesten Wege in alle Richtungen, dort kreuzen sich B 4 und B 27. Sankt Andreasberg liegt mit 500 bis 720 Metern am höchsten. Im Süden liegen Herzberg und Bad Lauterberg an B 27 und B 243, im Osten Wernigerode an der B 244, Blankenburg an B 27 und B 81 und Schierke an der L 100.
Klaras Höhe: der Abstecher über dem Lerbachtal

Klaras Höhe liegt auf knapp 450 Metern an der Friedrich-Ebert-Straße, der Kreisstraße K 426. Sie zweigt südwestlich von Lerbach von der B 241 ab, läuft rund drei Kilometer durch das Straßendorf und trifft nordöstlich wieder auf die Bundesstraße. Wer zwischen Osterode und Clausthal-Zellerfeld unterwegs ist, hängt sich den Abstecher ohne Umweg an und blickt von oben über das Tal.
Auskünfte aus erster Hand
Für die Feinplanung: die Auskunft der Region selbst und die aktuelle Verkehrslage.